Übersicht Tagesgruppen

© Partnerschaftliche Erziehungshilfe e.V.


  Inhalt:

 Einleitung

Die Partnerschaftlichen Erziehungshilfe hat insgesamt drei Tagesgruppen.

Die Tagesgruppen bieten eine zeitlich begrenzte Unterstützung und Entlastung für Familien mit Schwierigkeiten bei der Erziehung der Kinder. Wir verstehen die Maßnahme als Ergänzung zur häuslichen Erziehung; die Hauptverantwortung bleibt bei den Eltern.

Zu uns kommen Kinder und Jugendliche mit Leistungsschwierigkeiten, Verhaltensauffälligkeiten in ihrem sozialen Umfeld (Schule, Familie, Gleichaltrige u.a.) und sonstigen Problemen, sofern Kinder und Eltern Hilfe und Unterstützung wünschen und das Jugendamt die Tagesbetreuung für notwendig und richtig ansieht. Eine erfolgreiche Aufarbeitung der Probleme setzt eine gute Zusammenarbeit zwischen Familie und der Partnerschaftlichen Erziehungshilfe voraus. Wir erwarten deshalb von den Eltern Interesse und aktive Teilnahme an Elternarbeit sowie die Bereitschaft, gemeinsam nach Lösungen für Erziehungsschwierigkeiten und familiäre Probleme zu suchen.

Die Kinder sind in der Regel 1 - 2 Schuljahre bei uns, manchmal noch länger, wenn alle Beteiligten dies für erforderlich halten. Die Betreuung der Kinder erfolgt an den Schultagen; in den Ferien bieten wir verschiedene Freizeitaktivitäten, an denen die Kinder teilnehmen sollen. Die Kinder besuchen auch während der Maßnahme im allgemeinen die bisherige Schule an ihrem Heimatort. Die Anfahrt der Kinder zur Schule bzw. zur Tagesgruppe wird unterschiedlich geregelt (Schulbus, öffentliche Verkehrsmittel, Eltern, Fahrdienst).

Es besteht auch bei einzelnen Minderjährigen die Möglichkeit einer Teilzeitbetreuung, sei es z.B. nur an 3 oder 4 Tagen der Woche oder nur bis 16.00 Uhr; die letztgenannte Form umfaßt neben dem Mittagessen vor allem den Bereich der schulischen Förderung.

 Der Tagesablauf in der Tagesgruppe

In einigen Gruppen ist die Wirtschafterin bereits ab 09.30 Uhr anwesend; spätestens ab 11.00 Uhr ist jede Gruppe mit einem/r pädagogischen MitarbeiterIn besetzt. Die Kinder kommen nach der Schule eigenverantwortlich in die Gruppe bzw. werden im Einzelfall von dort abgeholt. Manchmal beteiligen sich Kinder am Kochen. Um 13.30 Uhr erfolgt das gemeinsame Mittagessen. Von 14.15 bis 16.00 Uhr ist "stille" Zeit für Hausaufgaben, Gruppengespräche u.ä.. Gegen 16.00 Uhr gibt es einen kleinen Imbiss; danach, bis 18.15 Uhr, erfolgen gezielte Beschäftigungen und Freizeitprogramme, anschließend Heimfahrt, so daß die Kinder gegen 18.30 Uhr zuhause sind. Freitags schließt die Gruppe eine halbe Stunde früher. Einige Gruppen gestalten ihre Öffnungszeiten variabel.

 Erziehungsziele und -methoden

In der Lernzeit erledigen die Kinder zunächst ihre Hausaufgaben. Durch gezielte Förderung (Lernprogramme. Konzentrationsübungen) werden Rückstände und Schwächen bearbeitet und Klassenarbeiten vorbereitet. Wir versuchen, die Arbeitshaltung und Lerntechniken zu verbessern sowie Lernblockierungen zu beheben, damit die Kinder die Schulanforderungen eher bewältigen. Durch enge Zusammenarbeit mit den zuständigen LehrerInnen wollen wir ebenfalls die schulische Entwicklung der Kinder fördern.

Im lebenspraktischen Bereich bemühen wir uns darum, die Selbständigkeit und Eigenverantwortung der Kinder zu steigern und sie neue Erfahrungen bei unterschiedlichen Anforderungen machen zu lassen. Das betrifft den Umgang mit Werkzeugen und Geräten (etwa beim Werken oder bei Arbeiten im Garten), betrifft Körperpflege und Hygiene ebenso wie hauswirtschaftliche Tätigkeiten. Zum Beispiel erstellt das Kind, welches den wöchentlichen Küchendienst übernimmt, unter Anleitung eines Erziehers auch den Speiseplan. Die Kinder beteiligen sich beim Aufräumen und Putzen der Gruppenräume. Über ihr Taschengeld (welches nach Alter gestaffelt ist) verfügen die Kinder möglichst weitgehend selbst.

Unter Berücksichtigung des jeweiligen Entwicklungsstandes leiten wir die Kinder an, öffentliche Verkehrsmittel, Kommunikationsmittel und Einrichtungen zu benutzen, sowie selbständig eigene Interessen wahrzunehmen und umzusetzen.

Gleichzeitig dient die Gruppe als Trainingsfeld für den Umgang der Kinder untereinander. Dazu gehören das Aufstellen und Einhalten von Regeln, die Einordnung in Gruppenstrukuren, das gemeinsame Treffen von Entscheidungen und das Ausprobieren von sachlichen, fairen Konfliktlösungen. Regelmäßige Gruppengespräche helfen, Beziehungen und Gruppenprozesse besser zu verstehen und reifer damit umzugehen. Die hier gemachten Erfahrungen können auch im Umgang außerhalb der Einrichtung sowie bei der Auseinandersetzung mit belastenden familiären Beziehungen nützlich sein. Je besser die Beziehungen der Kinder zu den Erwachsenen der Einrichtung sich entwickeln, desto wirkungsvoller wird das Vorbild der BetreuerInnen sein.

Im Gruppenalltag erleben die Kinder vielfältige Anregungen, die Freizeit sinnvoll zu gestalten, wobei sie ihre Fähigkeiten und Interessen umsetzen können. Im Haus und im umliegenden Gelände bestehen folgende Angebote: Werken und Basteln, Tischtennis, Gesellschaftsspiele, Ballspiele verschiedener Art, Fahrradfahren, Grillen, Gartenarbeit Geländespiele. Wir verfügen über mehrere Kanus, die im Alltag und bei Ferienfreizeiten zum Einsatz kommen. Um den Kindern Kontakte außerhalb der Einrichtung zu ermöglichen, versuchen wir so früh wie möglich, die Eltern zu motivieren, die Kinder in örtliche oder heimatnahe Vereine einzubinden. Dies erleichtert nach Beendigung der Maßnahme den Übergang zu einer selbständigen Freizeitgestaltung.

Wenn es nötig ist, bieten wir ergänzend zum erzieherischen Alltag zusätzliche gezielte Einzelfallhilfen an, so zum Beispiel genauere Abklärungen von besonderen Problemen und intensive heilpädagogisch-therapeutische Bearbeitung durch unsere gruppenergänzenden Fachleute.

Eltern können unter unserer Anleitung lernen, die Hausaufgabensituation oder andere Situationen zu gestalten (entweder in unserer Gruppe oder zu Hause).

 Eingewöhnungszeit, Ferienfreizeiten und Feste im Jahresablauf

Um den Kindern den Einstieg in die Gruppe zu erleichtern, führen wir zum Ende der Sommerferien eine mehrtägige Eingewöhnungszeit durch. in den ersten Tagen der Eingewöhnungszeit betreuen wir die neu aufgenommenen Kinder, teilweise unter Einbeziehung der Familien. In der letzten Woche der Ferien sind alle Kinder anwesend.

In den Herbst-, Weihnachts- und Osterferien finden mehrtägige Freizeiten statt; zu Beginn der Sommerferien gestalten wir eine zweiwöchige Abschlußfahrt. Die Teilnahme an den Freizeiten gehört zum erzieherischen Programm der Tagesgruppe.

Im Laufe des Jahres feiern wir verschiedene Feste mit den Familien in der Einrichtung (Nikolaus, Weihnachtsfeier, Fasching, Abschlußfest), außerdem gibt es zusätzliche Tages- oder Wochenendprogramme mit den Familien.

 Elternarbeit

Da Familie, Tagesgruppe und Schule für die Dauer der Maßnahme die wichtigsten Bereiche der Lebenswelt des Kindes darstellen, müssen alle genannten Parteien zum Wohle des Kindes eng zusammenarbeiten. Bei dem Ziel, die Entwicklung des uns anvertrauten Kindes bestmöglich zu fördern, streben wir unter Mithilfe aller Beteiligten eine Verbesserung seiner Gesamtsituation an. Deshalb hat die Elternarbeit bei uns einen sehr hohen Stellenwert. Bezugserzieherln und/ oder PsychologIn bzw. Familientherapeutln treffen sich 14-tägig mit den Familien in der Einrichtung oder zu Hause zu gemeinsamen Gesprächen. Die Elternarbeit orientiert sich an den Bedürfnissen der Familien und den Aufgaben der Tagesgruppe. Wir versuchen, Impulse zur Verbesserung der Lebenssituation zu geben und zu helfen, die positiven Kräfte in der Familie wiederzuentdecken und zu mobilisieren. Durch die Entlastung für begrenzte Zeit wollen wir es den Familien ermöglichen, mehr Abstand zu ihren Problemen zu bekommen, sie zu überdenken und eigenständige Lösungen zu finden. Ähnliche Ziele verfolgen wir mit Elterngruppenabenden.

Für jede Tagesgruppe gibt es eine zusätzliche Beschreibung der jeweiligen äußeren Gegebenheiten (Lage, Räumlichkeiten u.ä.) und des Personals.


Stand: 8.11.2008 21:02 Uhr